Autor: Jim Kopf
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Gefühle unter Sternen
Nach der Stunde, in der das Licht seinem Ende zuging, sah ich, auf die plötzlich schwarze Veranda tretend, kleine weiße Kreise am Himmel. Zögernd gewöhnten sich meine Augen an die kompakte Dunkelheit, die sich wie eine zwar dichte, dennoch konsistenzlose Materie über die Oberfläche der Erde gelegt hat, rasend schnell, als hätte sie es kaum…
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Leere
Was geschieht mit dir, wenn die Natur aus Leere besteht, ausschließlich aus einem Boden und einem Himmel? Eine Frage, die ich dir noch nie gestellt habe. Mir selbst auch nicht, ich bin nichtmals auf die Idee gekommen, diese Frage zu formulieren. Ziemlich sicher bin ich mir, dass sich dies auf die Nicht-Leere der Großstadt zurückführen…
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Zwischenruf aus Chile
Vor einem Monat bin ich mit ihr losgezogen. Nach Chile, dank relativ günstiger One-Way-Flüge ab Rom, wo es in Strömen geregnet hat und der heilige Brunnen von solch Menschenmassen besucht wurde, dass einem glatt der Blick vergönnt blieb. In Santiago war dies anders, es schien, als gäbe es hier keine europäischen Touristen, wir kamen an,…
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Das erste Mal ein Vulkan
Das erste Mal, das mir ein Vulkan unter die Augen kam. Kein aktiver, einer, der seit 130 Jahren nicht mehr ausgebrochen war, was der Faszination jedoch nicht entgegenwirkte, sie eher verstärkte, denn hier überragt ein Vulkan die Landschaft, der seit vielen Menschenleben ruht, und wann wird er wieder ausbrechen? Aus der Ferne, zwischen ihm und…
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Sahnetiago
Heute bin ich lustig drauf. Bin letzte Nacht dreizehn Stunden mit dem Bus gefahren, von Santiago nach Puerto Varas, gefühlt vom Norden in den Süden, letztendlich aber nur von Mittel-Chile nach Mittel-Chile. Das hat aber nichts damit zu tun, dass ich lustig drauf bin. Der Grund dafür ist lediglich, dass ich eine kleine Auszeit vom…
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96 Stunden in der Einsamkeit Alaskas
Zehn Jahre träumte ich von Alaska, träumte von der Freiheit und der Einsamkeit. Nur ich und die Natur, nur ich und das Nichtmenschliche. Und dann war es so weit. Während des Auslandssemesters auf Vancouver Island wurde mir klar, dass ich verdammt nah an Alaska war. An einem verregneten Nachmittag schob ich die Hausarbeiten, Essays und…
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Mehr als nur eine Küste
Tieftraurige Wolken stürzen sich auf die schroffen Felsen. Wind schießt scharf umher. Unbarmherzig hebt sich das Meer auf und ab, und an der Küste prallt es ab. Schaum entsteht, doch ehe es sich an die große Mauer binde kann, stülpt sich eine neue Welle über ihn. Während das Weiß am unteren Küstenrand somit von flüchtiger…
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Die Gefühle für einen Menschen
Wären die Gefühle für einen Menschen weniger als das, was sie sind… ein (…)
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Angst vor Menschen
Ich habe Angst vor Menschen, die mir sagen heute musst du lieb sein heute musst du nett sein heute bist du höflich. Ich habe Angst vor Menschen, die mir sagen das kannst du nicht das darfst du nicht das solltest du nicht tun. Ich habe Angst vor Menschen, die mir sagen vergiss deine…